Erst mal eine Vorbemerkung: Ich mag das Wörtchen "man" nicht gerne. Warum nicht? Es ist so unbestimmt, allgemein, nichtssagend geworden. Entweder meine ich mich, dann benutze ich auch das dafür vorgesehene Wort "Ich", dass hat für mich schon vom Wort her mehr Rückgrat, das heißt, ich stehe zu dem, was ich sage. Oder ich meine die Allgemeinheit. Im Allgemeinen sind wir, die wir das hier lesen, Menschen. Es ist zwar vom Duden nicht unbedingt vorgesehen, aber ich benutze hier statt "man" lieber das Wort "Mensch", bzw. in diesem Zusammenhang "mensch", also klein geschrieben. Die nächste Möglichkeit ist, das ich Andere meine; wenn mensch das tut, sollte er diese Anderen auch benennen. Das hat für mich etwas mit Respekt, mit Wertschätzung zu tun.
Also, wie kann mensch den Kopf oben lassen, wenn es ihm schlecht geht, wie
kommt der Kopf wieder aus dem Sand heraus, wenn mensch ihn, Vogel Strauß
gleich, in den Sand gesteckt hat?
Für mich immer wieder wichtig: Lachen. Lachen befreit, tut gut, lässt mich
jeden trüben Gedanken für diesen Moment vergessen oder schiebt ihn zumindest
ganz weit nach hinten.
Aber es gibt oft genug Momente, in denen mir (und bestimmt auch Dir) das Lachen vergangen ist.
Da braucht mensch dann schon ein wenig Kraft zum lachen. Wenn es zum Lachen
noch nicht reicht, dann können die kleinen Geschwister des Lachens helfen,
das Lächeln und das Schmunzeln, Und wenn mensch eins von Beiden öfter im
Gesicht herumträgt, kommt das Lachen schon mal von ganz alleine. Es gibt
auch kleine Hilfen, wie jeder sich selber die Laune aufbessern kann. Nehmen
wir mal einen Alltagsgegenstand, ein Handy. Jedes Handy, welches in den
letzten zehn Jahren auf den Markt gekommen ist, hat die Möglichkeit, ein Bild
nach Wahl oder einen Begrüßungstext darzustellen. Ich nehme als Beispiel jetzt
mal den Text. Wenn da so etwas steht wie "Willkommen" klingt das schon mal
nicht schlecht. Aber wenn da "Lächeln", "Fröhlichen Tag" oder auch "QuakQuakQuak"
steht, dann hebt das direkt die Stimmung. Probiere es einfach mal aus. Es wirkt.
Oder das Bild, eines von den Standardbildern ist meist langweilig, es fehlt der eigene Bezug zum Bild. Manch einer neigt auch dazu ein Bild zu nehmen, welches möglichst cool ist, aber in den seltensten Fällen wird Dich ein cooles Bild auch zum lächeln anregen. Also nimm etwas, was Dich zum lächeln bringt. Mir würde Ernie und Bert aus der Sesamstrasse einfallen, oder ein schönes Foto von lachenden Kindern, oder ein Clown. Alles total uncool, hebt aber meist die Laune.
Wie soll ich denn lächeln, wenn es mir so richtig dreckig geht, wird sich jetzt
sicherlich manch einer fragen. Zurecht! Wenn mensch traurig ist, hat er erstmal
das Recht, diese Traurigkeit auszuleben. Tu das! Nimm Dir Zeit, traurig zu sein.
Am besten geplant, mit Uhrzeit, so von zwanzig nach fünf bis halb sechs zum
Beispiel. Nimm dir dafür jede Menge Taschentücher mit, gehe am besten an einen
Platz, der dir zum traurig sein und weinen gefällt, wo Du möglichst nicht
unerwünscht gestört wirst, setze Dich hin - und sei traurig. Lasse soviel
von deiner Traurigkeit raus, wie es geht. Aber vergesse bitte nicht, um halb
sechs wieder damit aufzuhören. Dann muss Schluss sein mit traurig, denn dann
solltest Du von deinem Platz der Traurigkeit wieder zurückkehren; dein Ziel ist es
ja, wieder ruhiger, zufriedener, fröhlicher zu sein, oder? Wenn Du hier "Nein"
sagst und die Traurigkeit als Ziel hast, solltest Du darüber dringend mit Jemanden
sprechen, der sich damit auskennt und der Dir vielleicht wieder andere Ziele aufzeigen kann.
Wenn es Dir schwer fallen sollte, mit dem Traurigsein aufzuhören, nimm Dir danach
etwas schönes vor. Am besten etwas, wo Du unter Menschen kommst. Das kann dann nämlich
zum einen ablenken, zum anderen ist mensch nicht alleine, auch wenn um einen herum nur
Fremde sein sollten ist das oft immer noch besser, als einsam irgendwo rum zu hocken!
Es gibt auch noch die Wut, die einem das Lachen vermiesen kann. Natürlich kann mensch auch voller Wut lachen, das ist dann aber kein Ausdruck von Fröhlichkeit, Heiterkeit oder ähnlich angenehmen Gefühlen sondern eher ein Auslachen, Häme. Das macht Menschen in meinen Augen hässlich, bringt mich dazu, mich von diesen Menschen fernzuhalten, denen dieser Ausdruck im Gesicht steht. Das ist eine Form von Aggressivität, und die brauche ich nicht! Es gibt genug Aggression in der Welt, es steht jeden Tag in der Zeitung. Das möchte ich nicht freiwillig um mich herum haben. Aber was soll mensch denn machen, wenn er wütend ist? Luft anhalten und bis zehn zählen? Wem das hilft, der soll das machen, meine Ideen dazu wären: Die Situation kurz verlassen, dahin gehen, wo es keinen belästigt und zum Beispiel die Wut an unbelebten Sachen, die nicht kaputt gehen können(!) auslassen. Davon sollte mensch sich aber dann auch überzeugen; ich bin einmal wütend aus einem Zimmer herausgegangen, habe die Türen hinter mir zugeknallt, mich zwei Räume weiter an ein offenes Fenster gestellt und richtig feste vor die Betonwand getreten - dachte ich zumindest. Ich habe mich dann kurz gewundert, warum mir der Fuß nicht wie erwartet weh tat und mußte feststellen, dass es leider kein Beton sondern Rigips war... Wie auch immer, das Gefühl der Wut war in Energie aufgelöst und ich konnte wieder sachlicher sein. Das Loch in der Wand gab es übrigens noch mehrere Jahre.
Leider neigen wir immer noch dazu, unsere Wut an unserem Gegenüber, möglichst an Schwächeren,
aus zu lassen. Das halte ich allerdings nicht für hilfreich. Erst recht nicht für den Anderen...
Das scheidet also schon mal komplett aus. Andere Möglichkeiten wären ein Boxsack, Laufen
(Joggen klingt zu friedlich), ein Besuch im Fitnesstudio - kurz körperliche Aktivität.
Wut ist ein Gefühl, welches im menschlichen Körper Energie frei setzt; das kommt noch aus
der Zeit, zu der unsere Vorfahren mit Keulen unterwegs waren, wir haben allerdings seitdem
unser Gehirn ein klein wenig fortentwickelt und so sollte es uns möglich sein, unsere Wut
zu kanalisieren.
Wenn die Wut sich allerdings auf Dich selbst bezieht, dann versuche sie konstruktiv zu nutzen.
Versuche zu erkennnen, was an Dir dich wütend gemacht hat und gib Dir etwas Mühe, es beim
nächsten Mal besser zu machen. Du kannst das, bestimmt! Es wird vielleicht nicht beim ersten
Mal klappen, auch nicht beim zweiten oder dritten Mal, aber irgendwann kannst Du dein Verhalten
oder Denken dahin ändern, dass Du mit Dir zufrieden bist. Wenn Du es nicht alleine schaffst,
dann kannst Du auch Freunde bitten, Dir zu helfen.
Was vermiest uns sonst noch die Heiterkeit? Die schlechte Laune anderer Leute? Da frage ich mich schon mal, ob die Anderen mir in dem Moment so wichtig sind, dass sich dies lohnt. Wenn die Antwort darauf "Nein" lautet, so versuche ich, die schlechten Gedanken einfach kurz zu betrachten und sie dann wieder ziehen zu lassen. Das klappt nicht immer, aber oft. Es kann aber sein, dass mensch diesem Menschen (bei Bedarf bitte selber die Mehrzahl bilden) immer wieder begegnen muss und dieser seine schlechte Laune einfach nicht los geworden ist. Nimm ihn ernst, aber siehe bitte ein, dass dessen schlechte Laune sein Problem ist.
Douglas Adams hat in seinem Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" das "Problem Anderer Leute Feld", kurz PAL-Feld erdacht. Er hat es zwar etwas anders gemeint, nämlich als Ersatz für echte Unsichtbarkeit, aber ich finde die Idee faszinierend, etwas als Problem Anderer Leute anzusehen und es dann einfach nicht mehr wahrzunehmen. Aber obacht, wenn mensch dies mit einem Freund oder seinem Chef macht, dann steckt der dich in ein PAL-Feld und Du wirst nicht mehr gesehen...
Ernsthaft, weder Du noch ich können die Probleme unserer Mitmenschen lösen. Das müssen diese
schon selber machen. Wir können sie höchstens, aber bitte sachlich, darauf hinweisen, dass ihr
Verhalten verbesserungswürdig ist. Wenn wir wissen wie, können wir vielleicht auch Tipps geben,
aber wir werden sicherlich vor die Wand laufen, wenn wir oberlehrermäßig auftreten,
besserwisserisch sind oder, ganz wichtig, wenn wir respektlos sind. Dann werden wir
genau das Gegenteil von dem erreichen, was wir erreichen wollen. Also, lass sie leben,
lass sie ziehen, die gehen halt ihren Weg, versuche deinen eigenen Weg zu gehen.
Wenn die Antwort auf die Frage, ob uns der Andere wichtig ist aber "Ja" lautet,
dann ist ein Gespräch angesagt, zuhören ist oberste Freundespflicht!
In diesem Sinne:
QuakQuakQuak
Vor dem Absenden bitte einige Sekunden warten.
Mit dem Absenden eines Kommentars erkläre ich mich mit der
Datenschutzvereinbarung einverstanden.
©2011 Stefan Blumenrath