Schönen Dank auch!

Geschrieben am 17.12.2011

Toll, ganz großes Kino! Eigentlich wollte ich nur aufs Klo, am liebsten auch noch kotzen, weil meine lieben Kleinen diesen unsäglichen Bohlen schauen müssen und ich mich offenbar damit abfinden muss, dass das für Kinder ab der 5. Klasse einfach dazu gehört. Beide haben gefragt, unabhängig voneinander... Warum können die nichts Anständiges gut finden, Metal oder meinetwegen Punk? Und warum muss meine Liebste das auch noch unterstützen?

Aber ich schweife ab! Denn auf dem Weg zu besagtem Ort sah ich in der Küche ein Blatt nebst der Katze in verdächtiger Lauerhaltung liegen... Nachdem ich kurz geschaut hatte wo Chili wohl hinschaut sah ich dann auch das Übliche hinter einem Tischbein versteckt. Bisschen nass um die Rippen, aber sonst noch recht munter, sah mich eine Maus und ich diese Maus an. Gut, leichte Übung – dachte ich... Die Maus also flux mit den Händen an der Flucht gehindert und nach Unterstützung gerufen. Einmal, Zweimal, nach dem dritten Mal bequemte sich dann mein Junior, mir ein Glas mit Deckel zu bringen und lies mich dann glatt mit Katze und Maus wieder alleine in der Küche zurück. Es sah noch nach einem sehr einfachen Fang aus, aber dann meinte die Maus, sich mit einem Sprung über das Fangglas noch eine extra Portion Abenteuer besorgen zu müssen. Klar, wenn Maus erst mal im Katzenmaul war, dann will Maus auch das ganze Programm... Also hinter die Tiefkühltruhe. Die Katze auf der einen Seite, ich auf der anderen, das muss klappen – Pustekuchen! Die Maus zieht die Katze mir vor und lässt sich nochmal kurz fangen. Da Chili offensichtlich eher nach spielen als nach fressen zumute ist, lässt sie die Maus wieder ziehen... Also ab in die andere Ecke, hinter den Mülleimer. Auch jetzt ist die Maus noch nicht Willens sich via Glas in den Garten bringen zu lassen. Ich saß dann plötzlich und unerwartet unter dem Küchentisch, die Maus machte es sich im Eingang zu meinem Hosenbein bequem und ich komm nicht dran. Großes Kino. Die Rufe nach dem Rest der Familie bleiben unerhörterweise unerhört, also muss ich wohl weiterhin allein schauen, wie ich an den Nager komme. Kaum habe ich mich herum gedreht, läuft die Maus auch wieder fort, an der dämlich hinterherschauenden Katze vorbei und ab unter die Küche.

Es reicht! Absolut! Ich habe definitiv gerade keine Lust mehr, dem Vieh das Leben zu retten. Ich verlasse die Küche und lasse Katz und Maus mal auf eine Zigarette und diesen Text alleine! Vielleicht mach ich gleich noch die Bodenblende der Küche ab, damit die Katze besser dran kommt. Grmpf! Immerhin, etwas gutes hatte es auch: Ich hatte endlich einen Grund, das Bohlen–beschallte Wohnzimmer zu verlassen.

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©2011 Stefan Blumenrath